Erlangen – Offen aus Tradition

Etwas Altes, Neues, Geliehenes und etwas Blaues – Tradition gehört zu jeder Hochzeit dazu. Je nach Land unterscheiden sich die Bräuche, die bei einer Hochzeit vollzogen und zelebriert werden. Manch einer wird dabei aus anderen Ländern übernommen. So ist der Brautstraußwurf, der aus den USA stammt, auch in Deutschland ein Highlight. Doch wie sieht es in anderen europäischen Kulturen aus?

Hochzeitsbräuche in Europa

Anders als bei einem deutschen Hochzeitsfest, dauert die Feier in der Türkei drei Tage. Grundsätzlich ist Schlichtheit dabei eher untypisch, ein ausladendes Brautkleid und eine pompöse Feier gehören zu einer türkischen Hochzeit einfach dazu. Traditionell müssen die Eltern des Bräutigams – nach einem erfolgreichen Heiratsantrag ihres Sohnes – den Brautvater offiziell um die Hand seiner Tochter bitten. Gibt dieser seine Zustimmung, wird eine große Verlobungsfeier organisiert. Ebenso traditionell ist der Henna-Abend, der einen Tag vor der Hochzeit stattfindet. Hände und Füße der Braut werden von einer verheirateten Frau verziert. Diese Feier, die ausschließlich im Kreise weiblicher Gäste stattfindet, symbolisiert den Abschied der Braut aus dem Elternhaus.  

In Schottland ist die Farbe Grün am Hochzeitstag verboten – ausgenommen die im Brautstrauß. Da das Kolorit den Elfen vorbehalten ist, sollen Gäste keine grüne Kleidung tragen und auch kein Essen in dieser Farbe zu sich nehmen. Schließlich sollen die Elfen nicht verstimmt werden. Um Unglück abzuwenden, trägt die Braut an ihrem Hochzeitstag zudem eine Münze in ihrem linken Schuh, den sie auch zuerst anzieht. 

Eine Hochzeit findet in England meist mittags statt, anschließend folgt ein Hochzeitsfrühstück. Die Engländer glauben, dass es einem Schornsteinfeger Glück bringt, die Braut zu küssen, wenn sie aus der Kirche kommt. 

Geküsst werden darf auch in Dänemark: Verlässt einer der frisch Vermählten den Raum, dürfen Freunde und Verwandte Braut beziehungsweise Bräutigam küssen bis der andere Partner wieder zurück im Raum ist. 

In Schweden soll es Glück bringen, der Braut in die Augen zu schauen. So kann es durchaus vorkommen, dass Fremde an der Tür klingeln, um selbst etwas von diesem Glück abzubekommen. Von der Hochzeitstorte sollte in Schweden jeder Gast etwas probieren, denn dadurch wird dem Brautpaar der Wunsch von Glück und Kindersegen vermittelt.

„Tamada“ wird die Person genannt, die durch eine russische Hochzeitsfeier führt, moderiert, unterhält und Spiele erklärt. „Gorka“, was „bitter“ bedeutet, wird während der Feier oft gerufen. Es ist die Aufforderung an das Brautpaar sich zu küssen.  Wer in der Ehe die Hosen anhat, entscheidet ein anderer Brauch: Beim Eintreffen auf der Feier wird das Brautpaar von den Brauteltern empfangen, und zwar mit Brot und Salz. Von dem Brot beißen die Vermählten jeder ein Stück ab. Wer dabei das größere Stück hat, wird in der Ehe das Sagen haben. Danach wird das Brot in Salz getaucht und der andere damit gefüttert.  Dadurch werden Wohlstand und Gemeinschaft ausgedrückt sowie der ewige Halt der Liebe.